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Impuls zur Neuerfindung: Berufliche Neuorientierung im KI-Zeitalter

Eine Freisetzung bedeutet das Ende eines Jobs, aber noch lange nicht das Ende einer Karriere.

August 29, 2025

Man holding smartphone

Betroffene können dies zum Anlass nehmen, um zu reflektieren, wo sie stehen, wo es hingehen soll – und ob sie überhaupt zurückwollen. In der dynamischen Arbeitswelt von heute nutzen immer mehr Menschen diesen Moment, um nicht nur in einen neuen Job zu wechseln, sondern ihre gesamte berufliche Identität neu zu erfinden.

 

Wir bei LHH erleben wir diesen Wandel hautnah mit. Fakt ist: Im Jahr 2024 kehrten fast 60 % unserer Kandidat:innen im Karriereübergang nicht in ihre frühere Branche zurück. Stattdessen vollzogen sie eine komplette berufliche Neuorientierung.

 

Mit dem traditionellen Modell von Jobverlust und Wiederbeschäftigung hat das nichts mehr zu tun. Es geht um etwas Fundamentales: eine Neubewertung von Sinnhaftigkeit, Identität und Chancen. Und das geschieht in einem solchen Ausmass, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

 

In unserem jüngsten Bericht, Impuls zur Neuerfindung, erkunden wir die Fakten hinter den aktuellen Schlagzeilen rund um den Arbeitsmarkt – und deren Bedeutung für die Unternehmen, die die Zukunft der Arbeit prägen.

 

Für diesen Bericht haben wir über 200.000 Karriereübergänge ausgewertet und über 8.000 Kandidat:innen in Programmen zur beruflichen Neuorientierung befragt. Die Studie untersucht, wie Menschen auf Brüche in ihrer Karriere reagieren – und welche Form von Unterstützung den Unterschied bedeuten kann zwischen Stillstand und neuem Schwung.

 

Die wichtigsten Muster, die wir entdeckt haben:

 

  • Die meisten freigesetzten Arbeitnehmer:innen erkennen KI nicht als Ursache für ihren Arbeitsplatzverlust – selbst, wenn dies der Fall ist. Dies führt zu einer Diskrepanz in der Wahrnehmung, die die Wiederbeschäftigung verlangsamt und die Zukunftsplanung erschwert.
  • Von KI verdrängte Arbeitnehmer:innen müssen sich eher auf lange Übergangsphasen einstellen – und sind gezwungen, ihre Kompetenzen, ihre berufliche Ausrichtung und ihr Selbstvertrauen völlig neu aufzubauen.
  • Über 70 % der Kandidat:innen im Karriereübergang beschäftigen sich bereits mit KI, aber nur 10 % erhalten dabei formelle Unterstützung von ihrem Arbeitgeber.
  • Der Wandel vom beruflichen Übergang zur Neuerfindung ist bereits in vollem Gange. Die Menschen, die ihn durchlaufen, benötigen mehr als nur Tools. Sie brauchen Klarheit, Orientierung und Begleitung. Diese Erkenntnis betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Arbeitgeber.

 

Unternehmen sind gefordert, ihre Personalstrategien anzupassen – und viele stellen die gleichen Fragen:

 

  • Wie können wir auf die Umbrüche im Personalbereich reagieren, ohne die menschliche Beziehung zu riskieren?
  • Wie sieht ein sinnvolles Reskilling aus, wenn nicht immer klar ist, wohin die Reise geht?
  • Wie können wir Personalmanager:innen unterstützen, von denen oft erwartet wird, dass sie andere durch Veränderungen führen und die gleichzeitig selbst mit Unsicherheiten umgehen müssen?
  • Und wie können wir unsere Ziele für die Workforce Transformation mit unseren Werten als Arbeitgeber, unserer Marke und Community in Einklang bringen?

 

Unser Bericht „Impuls zur Neuerfindung“ beantwortet diese Fragen mit aktuellen Daten, realen Mustern und fundierten Erkenntnissen. Es handelt sich dabei nicht um einen Leitfaden für neue Technologien, sondern um einen Blick darauf, was berufliche Weiterentwicklung in Zeiten des strukturellen Wandels bedeutet.

 

Denn die Wahrheit lautet: Die meisten Menschen brauchen mehr als eine neue Position – sie brauchen eine neue berufliche Orientierung. Und während einige selbst Schritte unternehmen, um sich weiterzubilden, tun zu viele dies ohne jegliche Unterstützung, Klarheit oder Strategie. Hier können Arbeitgeber nachhaltig Einfluss nehmen.

 

Eine Neuerfindung muss nicht reaktiv sein. Als Teil einer Personalstrategie – mit Coaching, Karriereentwicklung und Unterstützung beim Erwerb von Kompetenzen, die sich an Veränderungen anpassen – wird sie zu einer Stärke. Eine Stärke, die Resilienz aufbaut, Fähigkeiten erhält und Raum für neue Ideen schafft.

 

Für Arbeitnehmer:innen kann dies eine transformative Erfahrung sein. Bei der Neuerfindung geht es nicht nur um Arbeit. Es geht um Selbstvertrauen. Es geht darum, sich Gehör zu verschaffen. Und es geht darum, das nächste Kapitel nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Wir sind überzeugt: “A beautiful working world” beginnt damit, Individuen in solchen Momenten mit Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und Fürsorge zu begegnen.

 

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Denn die Neuerfindung hat längst begonnen.